Kurato

Mailchimp-Alternative 2026: 5 Newsletter-Tools im Vergleich

Bei Mailchimp zahlst du für Kontakte, nicht für Newsletter – auch für die 3.000 Karteileichen, denen du seit zwei Jahren nichts schickst. Wir vergleichen fünf Alternativen und rechnen vor, wann sich welcher Wechsel lohnt.

Es gibt einen Moment, den fast jeder Mailchimp-Kunde kennt: Die Liste ist über Jahre auf ein paar Tausend Adressen gewachsen, der Newsletter erscheint vielleicht alle sechs Wochen – und die monatliche Rechnung steigt trotzdem weiter. Der Grund ist kein Fehler im System, sondern das System selbst: Abgerechnet wird nach Kontakten, nicht nach Versand. Eine Adresse, der du nie wieder schreibst, kostet exakt so viel wie dein bester Kunde.

Das ist der häufigste Anlass, nach einer Mailchimp-Alternative zu suchen. Es ist nicht der einzige. Dieser Beitrag sortiert die Gründe, stellt fünf Alternativen mit ihren echten Grenzen vor und rechnet den Punkt aus, an dem sich der Umzug lohnt.

Alle Preisangaben sind Nettopreise, Stand Ende Juli 2026. E-Mail-Anbieter ändern ihre Tarife häufig – prüfe vor einer Entscheidung die aktuelle Preisseite des jeweiligen Anbieters.

Woran sich Mailchimp-Kunden reiben

1. Der Preis skaliert mit der falschen Größe

Mailchimp staffelt nach Kontakten. Das belohnt große Versandfrequenz und bestraft gepflegte, aber ruhige Listen. Zwei Unternehmen mit je 5.000 Adressen zahlen gleich viel, egal ob eines wöchentlich schreibt und das andere zweimal im Jahr. Wer saisonal kommuniziert – Coaches, Veranstalter, Handwerk, Beratung – subventioniert damit die Vielversender.

2. Der Datenschutz-Aufwand bleibt an dir hängen

Mailchimp gehört zu Intuit, einem US-Konzern, und verarbeitet Kontaktdaten in den USA. Rechtlich ist das über den EU-US-Datenschutzrahmen abbildbar, aber es bleibt Arbeit: Auftragsverarbeitungsvertrag, Eintrag im Verarbeitungsverzeichnis, ein sauberer Passus in der Datenschutzerklärung und die Einwilligung, die den Drittlandtransfer abdeckt. Wer sich das schon einmal antun musste, kennt den Reiz einer Lösung, bei der die Liste den eigenen Server nie verlässt. Der verwandte Themenkomplex Einwilligungen steht in unserem Beitrag über Cookie-Consent und DSGVO.

3. Der Umzug wird mit jedem Jahr teurer

Adressen lassen sich exportieren, das ist unstrittig. Was nicht mitkommt: Automationen, Segment-Logik, Kampagnen-Historie, Öffnungs- und Klickverläufe. Je länger ein Verteiler in einem System lebt, desto mehr unsichtbare Arbeit steckt darin – und desto größer wird die Hemmschwelle. Das ist kein Vorwurf an Mailchimp, sondern die Natur solcher Werkzeuge. Es ist aber ein Argument, die Entscheidung früher zu treffen als später.

Die fünf Alternativen

Brevo: der schnelle Kostenhebel

Brevo (früher Sendinblue) dreht das Preismodell um: Abgerechnet wird nach versendeten E-Mails, die Kontaktzahl ist unbegrenzt. Für eine Liste mit 8.000 Adressen und sechs Newslettern im Jahr ist das oft ein Bruchteil dessen, was Mailchimp verlangt. Das Unternehmen sitzt in Frankreich, die Verarbeitung findet in der EU statt – der Datenschutz-Papierkram schrumpft spürbar. Grenzen: Der Editor ist weniger poliert als Mailchimps, und die freie Stufe hat ein Tageslimit beim Versand. Wer heute den größten Kostenblock loswerden will, ohne die Architektur zu ändern, landet hier.

MailerLite: schlank und günstig

MailerLite ist die aufgeräumte Variante des klassischen Newsletter-SaaS: guter Editor, faire Preise, angenehm wenig Ballast. Wie Mailchimp rechnet auch MailerLite nach Abonnenten, der Sprung ist also einer im Preis, nicht im Modell. Für Einzelunternehmer mit kleiner, aktiver Liste ist es die freundlichste Umgebung im Feld. Für DSGVO-strenge Projekte gilt derselbe Vorbehalt wie bei Mailchimp: US-Anbieter, Drittlandthema, Vertragswerk nötig.

MailPoet: der Newsletter im WordPress-Backend

Mit MailPoet wandert der Verteiler zurück in die eigene Installation: Abonnenten liegen in der WordPress-Datenbank, Newsletter entstehen im Backend, WooCommerce-Anbindung inklusive. Der Versand läuft wahlweise über den hauseigenen Dienst oder den eigenen Server. Die freie Stufe ist bei einer vierstelligen Abonnentenzahl gedeckelt, darüber wird es kostenpflichtig. Für Shops, die Bestellbestätigungen und Newsletter aus einer Hand wollen, ist MailPoet der kürzeste Weg.

FluentCRM: self-hosted mit Automationen

FluentCRM ist der ausgereifteste Vertreter der Kategorie „CRM im eigenen WordPress": Kontakte, Tags, Listen, ordentliche Automations-Sequenzen, gute Anbindung an Kurs- und Shop-Plugins. Lizenzmodell ist eine Jahresgebühr ohne Kontaktlimit. Wer echte, verzweigte Automationen braucht und sie trotzdem selbst hosten will, ist hier derzeit am besten aufgehoben. Was FluentCRM nicht mitbringt, ist eine visuelle Sales-Pipeline – Vertriebsarbeit bildet man dort über Tags ab.

Kurato: Kontakte, Pipeline, Newsletter und Termine an einem Ort

Unser eigenes Plugin, deshalb hier mit offenem Visier. Kurato ist das Marketing-CRM der Hafenstudios-Flotte und deckt vier Dinge ab, die sonst vier Werkzeuge sind: Kontakte mit Tags und Segmenten, eine Sales-Pipeline als Kanban-Board, Newsletter mit Double-Opt-in, Abmeldung und Preference Center sowie eine Terminbuchung mit ICS-Dateien. Alles liegt in deiner WordPress-Datenbank; an uns fließen keine Daten.

Beim Versand geht Kurato den BYO-Weg: Du hinterlegst die Zugangsdaten deines eigenen Dienstes – Brevo, Postmark, Mailgun, SMTP2GO, Amazon SES oder klassisches SMTP. Das klingt nach mehr Aufwand und ist es beim ersten Einrichten auch. Dafür bist du von keinem Anbieter abhängig: Wird dein Versanddienst teuer oder unzuverlässig, tauschst du ihn aus, ohne die Liste anzufassen.

Die Free-Version ist ungewöhnlich vollständig: unbegrenzte Kontakte, Pipeline, Newsletter mit DOI und die DSGVO-Werkzeuge komplett. Kurato Pro (69 Euro pro Jahr für drei Websites) ergänzt Auswertungen zu Öffnungen und Klicks, KI-Textentwürfe, unbegrenzte Ansprechpartner in der Terminbuchung und einen Cockpit-Zugang für Teamarbeit. Alle Stufen stehen auf der Preisseite.

Und die Grenzen, weil sie zur Entscheidung gehören: Verzweigte Automations-Sequenzen sind noch in Arbeit – wer heute mehrstufige Willkommensstrecken mit Bedingungen braucht, ist bei FluentCRM oder Mailchimp besser bedient. Kurato Pro befindet sich außerdem in der Launch-Phase; die Free-Version ist sofort einsatzbereit. Und die Zustellbarkeit bleibt bei jeder selbst gehosteten Lösung deine Aufgabe: SPF, DKIM und DMARC müssen sitzen, sonst landet auch der schönste Newsletter im Spam-Ordner.

Vergleichstabelle

LösungAbrechnungListe liegtAutomationenSales-PipelineDatenverarbeitung
Mailchimppro Kontaktbeim AnbieterumfangreichrudimentärUSA
Brevopro E-Mailbeim Anbietersolideja (CRM-Modul)EU
MailerLitepro Kontaktbeim AnbietersolideneinUSA
MailPoetpro Kontakteigener Servereinfachneineigener Server
FluentCRMJahreslizenzeigener Serververzweigtüber Tagseigener Server
KuratoFree / 69 € Jahreigener Serverin ArbeitKanban-Boardeigener Server

Der Denkfehler bei der Kostenrechnung

Beim Vergleich wird fast immer die Lizenz gegen die Lizenz gerechnet – und dabei übersehen, dass sich die Kosten aus drei Posten zusammensetzen: Werkzeug, Versand und Arbeit. Ein SaaS-Abo bündelt alle drei in einer Zahl. Eine selbst gehostete Lösung trennt sie: Das Plugin kostet einmal im Jahr, der Versand läuft über einen Transaktionsdienst mit Cent-Beträgen pro tausend Mails, und die Einrichtung von SPF, DKIM und DMARC kostet dich einmalig ein bis zwei Stunden.

Die Faustregel aus unseren Projekten: Unterhalb von etwa 500 Adressen ist der Wechsel Beschäftigungstherapie – bleib, wo du bist. Zwischen 500 und 2.000 Adressen entscheidet die Versandfrequenz: Wer selten schreibt, spart mit einem E-Mail-basierten Modell wie Brevo sofort. Ab etwa 2.000 Adressen wird das Selbsthosten regelmäßig günstiger, und ab 5.000 ist der Unterschied deutlich genug, dass sich auch die Umzugsarbeit rechnet.

Kurz gesagt: Die richtige Mailchimp-Alternative hängt an einer einzigen Frage: Zahlst du gerade für Kontakte, denen du nichts schickst? Wenn ja, ist das Preismodell dein Problem, nicht das Werkzeug – und dann ist der Wechsel keine Geschmacksfrage, sondern Rechnen.

Newsletter, Kontakte und Termine im eigenen WordPress

Kurato: unbegrenzte Kontakte, Sales-Pipeline als Kanban, Newsletter mit Double-Opt-in, Terminbuchung. DSGVO-first auf deinem Server, Versand über deinen eigenen Anbieter. Free-Version ohne Kontaktlimit.

Kurato ansehen

Häufige Fragen

Was ist die günstigste Mailchimp-Alternative?

Für unregelmäßige Newsletter ist Brevo meist am günstigsten, weil nach versendeten E-Mails statt nach Kontakten abgerechnet wird. Bei großen Listen ist eine selbst gehostete Lösung wie Kurato oder FluentCRM langfristig billiger, weil die Lizenzkosten nicht mit der Adresszahl wachsen.

Kann ich meine Mailchimp-Kontakte einfach umziehen?

Die Adressen und Basisfelder lassen sich als CSV exportieren und in jedes andere Werkzeug importieren. Was nicht mitkommt, sind Automationen, Segment-Logik und die Kampagnen-Historie – diese Teile musst du im neuen System nachbauen. Wichtig: Die Einwilligungen deiner Abonnenten musst du dokumentiert übernehmen.

Ist ein selbst gehosteter Newsletter DSGVO-sicherer?

Er vereinfacht die Lage deutlich, weil die Kontaktdaten den eigenen Server nicht verlassen und kein Drittlandtransfer zu dokumentieren ist. Ganz ohne Dienstleister geht es aber selten: Der eigentliche Versand läuft über einen Transaktionsanbieter, mit dem du einen Auftragsverarbeitungsvertrag brauchst. Beim Anbieter liegen dann Versanddaten, nicht dein ganzer Verteiler.

Brauche ich für Kurato einen eigenen E-Mail-Anbieter?

Ja. Kurato versendet über deinen eigenen Zugang bei Brevo, Postmark, Mailgun, SMTP2GO, Amazon SES oder klassisches SMTP. Das hält dich unabhängig von einem einzelnen Anbieter, bedeutet aber, dass du diesen Zugang einmal einrichten musst – inklusive SPF-, DKIM- und DMARC-Einträgen für die Zustellbarkeit.

Kann Kurato mehrstufige Automationen wie Mailchimp?

Noch nicht. Verzweigte Sequenzen stehen auf der Entwicklungsliste. Kurato deckt heute Kontaktverwaltung, Segmente, Sales-Pipeline, Newsletter mit Double-Opt-in und Terminbuchung ab. Wer verzweigte Willkommensstrecken mit Bedingungen braucht, ist aktuell bei FluentCRM oder bei Mailchimp selbst besser aufgehoben.

Zurück zum Blog Ein Beitrag von hafenstudios