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Shopify-SEO per Admin-API: die Fallstudie wandwarm.de

Ein kleiner Shopify-Shop mit erklärungsbedürftigem Produkt, ein Theme, das wir nicht anfassen durften, und ein Laptop mit 5,8 GB Arbeitsspeicher. Was wir in drei Runden über die Schnittstelle geändert haben, was wir bewusst gelassen haben und was wir dabei gelernt haben.

wandwarm.de verkauft Infrarot-Wärmeleisten: schmale Heizleisten, die am Wandfuß einer kalten Außenwand montiert werden und die Wandoberfläche über dem Taupunkt halten. Betreiber ist die think [E] energy GmbH aus Essen. Der Shop läuft auf Shopify, die Texte stammten aus der alten Firmenwebsite, die Google-Anzeigen standen still. Unser Auftrag: Sichtbarkeit, ohne das Live-Theme anzufassen, denn das veröffentlicht der Kunde selbst.

Wir beschreiben hier die drei SEO-Runden vom 2. bis 4. Oktober 2026 so, wie sie gelaufen sind. Mit den Grenzen, den Fehlern und ohne Erfolgszahlen, die es noch nicht gibt.

Ausgangslage

Der Shop hatte 27 aktive Produkte, 14 Seiten, 7 Kategorien und 3 Ratgeber-Artikel. Die Texte waren eins zu eins von der alten Firmenseite übernommen, mit Links auf die alte Domain, mit Bildern vom alten Server und mit Aussagen, die im Heizungsmarkt heute nicht mehr gehen: „besonders für Allergiker geeignet“, „dienen seiner Gesundheit“, „30 bis 50 Prozent Kostenersparnis“ ohne Quelle. Produkttitel endeten auf „| think e energy“, Shopify hängte den Shop-Namen noch einmal an, und 24 von 27 Produkten hatten keine Meta-Beschreibung, also zeigte Google einen abgeschnittenen Textanfang.

Dazu drei Beispielprodukte aus einem Shopify-Starterpaket, die seit Monaten öffentlich in der Sitemap standen, und vier Rechtsseiten, die es als Shopify-Richtlinien längst ein zweites Mal gab.

Runde 1: Texte über die Schnittstelle

Seiten-, Produkt- und Kategorietexte lassen sich in Shopify nur als Ganzes schreiben. Es gibt kein „ersetze diesen Satz“, nur „hier ist der neue Text“. Deshalb haben wir nicht im Editor gearbeitet, sondern ein Skript gebaut: Es liest eine Sicherung aller Texte, nimmt jede Änderung als Ersetzung mit erwarteter Trefferzahl vor (steht der alte Satz nicht genau einmal im Text, bricht das Skript ab), prüft den Ergebnistext gegen eine Liste heikler Begriffe und schreibt die fertigen Texte als Dateien. Erst dann gehen sie per API in den Shop, ein Text je Aufruf.

So entstanden 25 Texte: sechs Lösungsseiten, zwölf Produkte, vier Kategorien, drei Artikel. Inhaltlich kam dazu, was Käufer wirklich fragen: Woran erkenne ich eine Problemwand, was ist der Taupunkt, was sagt die DIN 4108-2 zur Oberflächentemperatur, worauf muss ich beim Ausbau alter Nachtspeicheröfen achten, was kostet der Betrieb einer Leiste im Jahr. Die Betriebskosten stehen als Rechenweg mit Annahmen, nicht als Versprechen.

Die Prüfung danach: Ein zweiter Lauf des Skripts holt die Live-Texte über die öffentlichen JSON-Adressen des Storefronts und vergleicht sie mit dem Soll. 22 von 22 stimmten. Bei einem Text hatte sich beim Einfügen ein kyrillisches Zeichen in ein deutsches Wort geschlichen, der Vergleich fand es, der Text ging noch einmal raus.

Im selben Zug: 27 Produkttitel ohne Markenanhang, drei Beispielprodukte archiviert, vier doppelte Rechtsseiten vom Netz mit 301 auf die Shopify-Richtlinien, der Blog von „News“ in „Ratgeber“ umbenannt.

Runde 2: Prüflauf und Metadaten

Für den Prüflauf haben wir die Sitemap des Shops eingelesen und alle 53 Adressen abgerufen: Statuscode, Titel, Meta-Beschreibung, Canonical, Anzahl der H1, strukturierte Daten, Bilder ohne Alt-Text, interne Links. Das lief im Browser aus dem Shop heraus, weil der Shop Abrufe von außen nach wenigen Anfragen mit 403 beantwortet.

Befund: technisch sauber. Keine Fehlerseiten, Canonicals korrekt, überall genau eine H1, Produkt- und Artikel-Schema vorhanden. Die Lücken lagen in den Metadaten und in der Verlinkung: 24 Produkte mit Fallback-Beschreibung, sechs Seiten und alle drei Artikel ohne eigenen Titel, 33 Produktbilder ohne Alt-Text, eine Lösungsseite und drei Artikel mit einem einzigen internen Link.

Danach: 25 Meta-Beschreibungen für Produkte, Titel und Beschreibungen für zehn Seiten, Blog und Artikel über Metafelder, 35 Alt-Texte, die Beispiel-Kategorie per Metafeld auf „nicht indexieren“ und damit aus der Sitemap, die verwaisten Seiten ins Hauptmenü.

Ein Fehler dabei, den wir nur durch die Gegenprüfung bemerkt haben: Wer in Shopify über die API nur die Meta-Beschreibung eines Produkts setzt, löscht damit den vorhandenen SEO-Titel. Das Feld heißt zusammen „seo“, und was man nicht mitschickt, ist weg. Neun Produkte und drei Kategorien hatten so plötzlich keinen Titel mehr. Die alten Werte lagen aus der Bestandsaufnahme vor, die Wiederherstellung dauerte eine Minute. Seitdem schicken wir Titel und Beschreibung immer zusammen.

Runde 3: Adressen

Fünf Adressen stimmten nicht: Die Handtuchheizung lag unter „standard-rund-1“, ein Thermostat unter „kopie-von-…“, zwei Adressen trugen Tippfehler, und ein Artikel hatte „gesunde“ im Pfad. Shopify legt beim Umbenennen auf Wunsch die Weiterleitung selbst an. Die Arbeit steckte woanders: Die alte Zubehör-Adresse war in acht Produkttexten, zwei Seiten und einer Kategorie verlinkt. Alle elf Texte haben wir mit demselben Skript-Ansatz aktualisiert, damit kein interner Link über eine Weiterleitung läuft.

Der Startseiten-Titel lautete „Infrarot Wärmeleisten Shop“ plus dem Shop-Namen „Wärmeleisten-Shop“ als Anhang, also die Marke doppelt. Jetzt steht dort, wofür der Shop gefunden werden soll: Infrarot-Wärmeleisten gegen Schimmel und kalte Wände. Das war die einzige Änderung, die durch den Shopify-Admin im Browser lief, weil es dafür keine API gibt.

Google Ads nebenbei

Fünf Suchkampagnen mit sechs Anzeigengruppen, 84 Keywords, 9 responsiven Anzeigen, 240 Ausschlüssen, 6 Sitelinks und 30 Zusatzinformationen haben wir komplett per Bulk-Upload angelegt. Der Datei-Dialog in Google Ads ließ sich im Automatisierungs-Browser nicht bedienen, der Upload per HTTPS-Adresse schon: Die CSV-Dateien lagen vorübergehend im Datei-Bereich des Shops, Google holte sie von dort. Zwei Formatfallen: Die Sprache heißt in der Tabelle „de“, nicht „German“, und Zusatzinformationen brauchen eine Kampagnen-Zuordnung, Sitelinks nicht.

Was wir bewusst nicht gemacht haben

  • Das Live-Theme. Überschriften, strukturierte Daten mit Marke und Lieferzeit, Breadcrumbs: alles vorbereitet in einer Theme-Kopie, veröffentlicht wird sie vom Kunden.
  • Rechtstexte. Impressum und Richtlinien laufen über eine eigene Schnittstelle, die unser Zugang nicht hat; dort haben wir nur geprüft.
  • Verknüpfungen mit Google-Konten. Das ist eine Berechtigung, die der Kontoinhaber erteilt.
  • Löschen. Beispielprodukte wurden archiviert, Seiten depubliziert. Nichts ist unwiederbringlich weg.

Was es gebracht hat

Das steht noch aus. Die Änderungen sind am 7. Oktober 2026 zwischen drei und fünf Tage alt. Wir tragen hier nach, was die Search Console in den nächsten Wochen zeigt, einschließlich der Dinge, die nicht funktionieren. Wer einen ähnlichen Fall hat, findet die technischen Details im Beitrag Shopify-Texte per Admin-API pflegen: Ablauf, Fallen, Prüfung. Wie wir an Wartung herangehen, steht im Beitrag zum WordPress-Wartungsvertrag, die Grundsätze gelten für Shopify genauso.

Der Shop: wandwarm.de.

Häufige Fragen

Kann man Shopify-SEO ohne Zugriff auf das Theme machen?

Zu einem großen Teil ja. Texte, Titel, Meta-Beschreibungen, Alt-Texte, Weiterleitungen, Menüs und das Ausblenden einzelner Seiten aus dem Index laufen über die Admin-API, ohne eine Theme-Datei zu berühren. Was nicht geht: Überschriften-Logik, strukturierte Daten, Breadcrumbs und alles, was das Layout betrifft. Dafür braucht es das Theme, bei wandwarm.de liegt das in einer unveröffentlichten Kopie, die der Kunde selbst freigibt.

Warum 25 Texte über die API und nicht im Shopify-Editor?

Weil die Texte aus einem Skript kommen, das jede Änderung mit einer Zählprüfung absichert und am Ende die Live-Fassung mit dem Soll vergleicht. Im Editor hätten wir 25-mal von Hand kopiert, und ein Tippfehler wäre erst aufgefallen, wenn ihn ein Kunde meldet. Mit dem Skript fiel ein falsches Zeichen in einem 16.000 Zeichen langen Text beim ersten Vergleich auf.

Welche Aussagen haben Sie aus den Shop-Texten gestrichen?

Alles, was Gesundheit verspricht oder Schimmel „beseitigt“. Eine Wärmeleiste hält die Wandoberfläche über dem Taupunkt und beugt damit vor, mehr darf der Text nicht behaupten. Dazu kamen Superlative wie „führender Hersteller“ und Prozentangaben ohne Quelle. Die Regel steht als Prüfmuster im Skript, jeder neue Text läuft dagegen.

Was hat es gebracht?

Das wissen wir am 7. Oktober 2026 noch nicht, die Änderungen sind wenige Tage alt. Wir schreiben hier auf, was getan wurde und warum. Zahlen folgen, wenn die Search Console sie liefert, und zwar in diesem Beitrag.

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